Arbeitsgedächtnistraining für ADS-Patienten

Die Störung ADS (oder auch ADHS) ist in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Nahezu jeder hat diese Abkürzung für das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom schon einmal gehört. Modernste Forschungen zeigen nun, dass ADS nicht wie bislang angenommen nur mit Medikamenten behandelt werden kann, sondern auch kognitives Training den Betroffenen zu helfen vermag.

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Was genau ist die Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS)?

ADS ist die am häufigsten diagnostizierte psychische Störung im Kindes- und Jugendalter. Jungen sind wesentlich öfter davon betroffen als Mädchen und auch Erwachsene können an ADS leiden. Die Störung äußert sich hauptsächlich durch Symptome wie:

  • Impulsivität
  • Hyperaktivität
  • mangelnde Konzentration
  • Verträumtheit
  • langsames Arbeiten
  • Vergesslichkeit
  • Ungeduld

Forscher gehen davon aus, dass ADS von genetischen Faktoren beeinflusst werden kann. Das Risiko an ADS zu erkranken ist demnach erhöht, wenn bereits ein naher Verwandter an dieser Störung leidet. Aber auch andere Ursachen können eine ADS Erkrankung begünstigen. Dazu gehören beispielsweise

  • Umweltgifte
  • Alkohol-, Tabak- oder Drogenkonsum in der Schwangerschaft
  • Sauerstoffmangel bei der Geburt

Wie wird ADS behandelt?

Die Behandlung muss auf jeden ADS-Patienten individuell angepasst werden, da die Symptome unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Außerdem spielen das Alter und das soziale Umfeld eine große Rolle für den Therapieerfolg. In den meisten Fällen erfolgt eine Behandlung mit Ritalin, das aber lediglich die Symptome mindert.

Ein neuer vielversprechender Ansatz - Das Arbeitsgedächtnistraining

Neben der konservativen, medikamentösen Behandlung haben sich in den letzten Jahren auch alternative Therapiemöglichkeiten etabliert. So können Betroffene u.a. mit Hilfe von Ravens Progressive Matrizen (RPM), einer Übung, mit der man effektiv sein Arbeitsgedächtnis trainieren kann, ihre kognitiven Fähigkeiten stark verbessern. Das zeigt insbesondere die Studie von Klingberg et al. aus dem Jahr 2002.

Das Experiment

Die Studie wurde mit an ADS erkrankten Kindern im Alter von 7 bis 15 Jahren durchgeführt. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und mussten einen Vortest mit 5 computerbasierten Übungen, u.a. auch RPM, absolvieren. Anschließend trainierte eine Gruppe jeweils 30 solcher Übungen pro Tag, für etwa 25 Minuten. Insgesamt trainierten die Teilnehmer also 12,5 Stunden. Die längere Trainingsdauer ist notwendig, um messbare Erfolge erzielen zu können.Bei allen Übungen nahm der Schwierigkeitsgrad schrittweise zu, indem die Anzahl der zu erinnernden Stimuli erhöht wurde. Die andere Gruppe trainierte mit der gleichen Art von Übungen, allerdings mit einer geringeren Anzahl von Aufgaben und Stimuli sowie weniger intensiv.

Experiment Während des Experiments wurde ein Infrarot-Bewegungsanalyse-System eingesetzt, das kleinste Kopfbewegungen mithilfe eines Reflexionsmarkers aufzeichnet.


Die Ergebnisse

Nach 5 bis 6 Wochen wurde der Test wiederholt. Die Gruppe, die weniger intensiv trainierte, konnte sich nur geringfügig verbessern und verschlechterte sich in einigen Übungen sogar noch. Außerdem nahm die Zahl der Kopfbewegungen um 6% zu.

Die Gruppe mit dem intensiven Training konnte sich hingegen in allen Übungen verbessern und trotz der langen Wiederholungsintervalle in den RPM-Übungen um 2% steigern (sieheAnmerkung 1) Außerdem wurde eine deutliche Abnahme der Kopfbewegungen beobachtet.

Test Test

Darstellung der Veränderungen zwischen Vor- und Wiederholungstest in beiden getesteten Gruppen (grau = Gruppe mit intensivem Training, weiß = Gruppe mit weniger Aufgaben und Stimuli). Die Balken zeigen die mittlere Ausprägung innerhalb der Gruppe. Die Punkte stellen die einzelnen Teilnehmer dar. In Graphik b. werden die Gruppenunterschiede in Bezug auf den RPM-Test aufgeführt und in Graphik c. die Anzahl der Kopfbewegungen.

Fazit

Arbeitsgedächtnistraining, wie RPM oder auch Dual N-Back, helfen ADS-Patienten. Mit zahlreichen Übungen auf NeuroNation können auch Sie Ihr Arbeitsgedächtnis gezielt trainieren. Besonders der Kursus Memoria dient durch eine exakte Anpassung an Ihr Niveau der optimalen Steigerung Ihres Arbeitgedächtnisses. Nutzen Sie die Gelegenheit und probieren Sie es selbst aus!

Anmerkung 1:

RPM-Tests gelten als sehr zuverlässig. Zwischen dem ersten und dem Wiederholungstest sind Verbesserungen von 0±8% typisch, bei kurzen Intervallen (etwa 2 Wochen) kann sogar ein Leistungsanstieg von bis zu 9% beobachtet werden. Bei längeren Wiederholungsintervallen ist die Verbesserung hingegen geringer.

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Quellen:

Klinberg, Torkel/Forssberg, Hans/Westerberg, Helena (2002): Training of Working Memory in Children with ADHD. In: Journal of Clinical and Experimental Neuropsychology, Vol. 24, No. 6, S. 781-791.

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