Frisch aus dem Labor

Wann trainieren Sie am liebsten? Ist unser Training das Erste, was Sie morgens machen, oder trainieren Sie noch einmal schnell mit NeuroNation bevor Sie schlafen gehen? Die Frage Ihrer Spielgewohnheiten hängt womöglich von Ihrem Alter und Geschlecht ab. Zumindest legt das unsere Datenanalyse nahe. In den folgenden Graphiken sehen Sie das Nutzungsverhalten unserer Nutzer über den Tag hinweg. Konkret sehen Sie den prozentualen Anteil von Training zu verschiedenen Stunden.

Kaum überraschend zeigt sich, dass der Großteil des Trainings tagsüber stattfindet. Bemerkenswerter ist die Beobachtung, dass sich Männer und Frauen grundsätzlich darin unterscheiden, wann sie trainieren. Männer demonstrieren zwischen 8 und 20 Uhr eine relativ konstante Trainingshäufigkeit. Bei Frauen hingegen nimmt die Trainingshäufigkeit zwischen 7 und 20 Uhr (mit kleinen Ausnahmen) konstant zu und ebbt erst nach 21 Uhr ab.

Wie beeinflusst Geschlecht und Alter das Training

Die folgende Analyse zeigt, wie sich die beobachteten Geschlechtsunterschiede in der Trainingshäufigkeit im Laufe des Lebens verändern. Sind beispielsweise die Unterschiede bei älteren Frauen und Männern weniger stark ausgeprägt, als bei jüngeren Männern und Frauen? Um diese Frage zu beantworten, werden die Trainingsdaten von 20- bis 30-jährigen Frauen und Männern mit den Trainingsdaten von 60- bis 70-jährigen Frauen und Männern verglichen.

Die Gegenüberstellung von jungen und älteren Männern und Frauen zeigt, dass sich die Trainingshäufigkeit im Laufe des Lebens verschiebt. Zwar sind Frauen in beiden Altersgruppen zu später Stunde aktiver als Männer (und umgekehrt), jedoch verstärkt sich der Geschlechtsunterschied im Alter. Während sich jüngere Männer und Frauen während des ganzen Tages in ihrer Trainingshäufigkeit nur geringfügig unterscheiden, zeichnen sich bei älteren Männern und Frauen starke geschlechtsspezifische Unterschiede ab. Konkret zeigt sich eine stark ausgeprägte Trainingshäufigkeit in den Morgenstunden bei älteren Männern, wohingegen Frauen zu später Stunde deutlich aktiver sind als Männer. Dieser Befund steht im Einklang mit einer Studie aus dem Jahr 2014, die ebenfalls demonstrieren konnte, dass die Präferenz für geistige Aktivität in den Abendstunden im Alter bei Frauen zunimmt [1].

Unterschiedliche Präferenzen bei jungen und älteren Mitgliedern

Eine weitere Auffälligkeit ist die Veränderung der geistigen Aktivität in den Morgenstunden (siehe folgende Grafiken). Während ältere Personen bereits zwischen 6 und 10 Uhr ein hohes Maß an geistiger Aktivität zeigen, ist der Anstieg der geistigen Aktivität bei jüngeren nach hinten verschoben. Konkret sind 23,6% der älteren Nutzer morgens aktiv, wohingegen nur 20,7% der jüngeren User zu dieser Zeit aktiv sind. Spiegelbildlich ist die geistige Aktivität in den Abendstunden: Während 15% der jüngeren Nutzer zwischen 20 und 24 Uhr trainieren, sind es nur 8,8% der älteren User.

Diese Beobachtung wurde bereits in früheren Übersichtsartikeln diskutiert. Vermutet wird, dass Jugendliche und junge Erwachsene zum einen tendenziell später Einschlafen und zum anderen mehr Schlaf benötigen, was erklärt, weswegen sie morgens erst später geistig aktiv werden [2].

[1] Duarte, L. L., Menna-Barreto, L., Miguel, M. A. L., Louzada, F., Araujo, J., Alam, M., Areas, R., & Pedrazzoli (2014). Chronotype ontogeny related to gender. Brazilian Journal of Medical and Biological Research, 47(4), 316-320.

[2] Hines, C. B. (2013). Time-of-day effects on human performance. Catholic Education: A Journal of Inquiry and Practice, 7(3), 390-412.

Geschlechtsspezifische Unterschiede

Unterscheiden sich Männer und Frauen in Ihren Leistungen im Training von NeuroNation? Wie entwickeln sich die kognitiven Leistungen im Laufe des Lebens? NeuroNation hat die Daten des Fitness-Tests zu Beginn der Nutzung von NeuroNation verwendet, um Antworten auf diese Fragen zu erhalten. Insgesamt wurden dafür die Leistungen von 25.000 Nutzern ausgewertet. Der Fitness-Test hat dabei den Vorteil, dass Nutzer zu diesem Zeitpunkt noch untrainiert sind und die Leistung von keinen Trainingseffekten verfälscht wird.

Geschlechtsspezifische Unterschiede in kognitiven Leistungen

Studien zeigen, dass es zwar Geschlechtsunterschiede in den kognitiven Leistungen gibt, diese aber sehr stark vom Kontext der Leistungserhebung abhängen [3]. Unsere Daten zeigen, dass Männer bessere Gedächtnis- und Logikleistungen aufwiesen. Im Bereich Konzentration gab es hingegen keine bedeutenden Unterschiede.

Veränderung der kognitiven Leistungen im Laufe des Lebens

Können unsere Daten die bisherige Forschung bestätigen, die zeigen konnte, dass kognitiven Fähigkeiten ab Mitte 20 abnehmen [4]? Die Ergebnisse zeigen deutlich das Absinken geistiger Leistungen im Laufe des Alters und bestätigen somit frühere Befunde, wonach insbesondere die fluide Intelligenz im Laufe des Lebens abnimmt.

[3] Ortner, T. M., & Sieverding, M. (2008). Where are the Gender Differences? Male Priming Boosts Spatial Skills in Women. Sex Roles, 59, 274-281.

[4] Baltes, P. B., Staudinger, U. M., & Lindenberger, U. (1999). Lifespan Psychology: Theory and Application to Intellectual Functioning. Annual Review of Psychology, 50, 471-507.

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