Studie: Zweisprachigkeit zögert die Symptome einer Demenz heraus

Wie die Fachmagazine 'Trends in Cognitive Sciences' und 'Neurology' erst kürzlich berichteten, fand ein kanadisch-amerikanisches Forscherteam heraus, dass zweisprachige Menschen besser gegen den geistigen Abbau bei einer Demenz geschützt sind. Den Grund dafür stellt eine Art 'mentale Reserve' dar, welche sich durch die Verwendung von 2 Sprachen entwickelt.

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Hirnareale, die für eine Vielzahl kognitiver Fähigkeiten zuständig sind, scheinen aktiver und besser verknüpft zu sein. So auch die Hirnregionen, welche für die Sprache und das Gedächtnis verantwortlich sind. Die Folge daraus ist, dass die Schäden, welche durch eine Demenz erzeugt werden, um 3 bis 5 Jahre länger ausgeglichen werden können. Zu diesen Schäden zählen etwa der Gedächtnisverlust, die Verwirrtheit und die geschwächte Problemlösungskompetenz.

Die Studie-Das Umschalten zwischen den Sprachen fördert Schutzeffekt

Die Wissenschaftler wählten 211 Vergleichspersonen, die sich sowohl in Intelligenz, physischem Zustand, Stadium der Demenz und Bildungsstand glichen. Dabei schnitten die Testpersonen der 1. Gruppe (102 Personen), welche seit Kindesalter zweisprachig sind, wesentlich besser ab als die der 2. Gruppe (109 Personen), in der die Teilnehmer nur eine Sprache verwenden.
Gesundes und Alzheimer Hirn

Linkes Bild: Vergleich eines gesunden und eines an Alzheimer erkrankten Gehirns.

Die deutlichsten Schäden sind an den Nervenzellen, sowie am Hippocampus festzustellen, welcher beispielsweise für die Übertragung von Gedächtnisinhalten zuständig ist. Die Formung neuer Erinnerungen ist eingeschränkt oder findet, in späteren Stadien der Krankheit, gar nicht mehr statt.
Obschon die Schäden im Gehirn bei beiden Gruppen gleichgroß waren, so traten doch weniger Symptome in Gruppe Nummer 1 auf. Die Forscher schließen darauf, dass durch den ständigen Wechsel zwischen 2 Sprachen, die geistige Flexibilität gefördert und gesteigert wird. Vermutlich wird die Erkrankung dadurch besser verarbeitet und der Körper funktioniert länger ohne Symptome.

Nützt es jetzt noch eine weitere Sprache zu lernen?

Es wird davon ausgegangen, dass der Schutzeffekt umso höher ist, je früher und je besser Sie eine 2. Sprache beherrschen. Trotz alledem entsteht dieser Effekt auch, wenn Sie noch im höheren Alter eine Sprache erlernen. Dieser ist hingegen wesentlich geringer. Auch hier gilt, je besser Sie die 2. Sprache beherrschen und je öfter Sie zwischen 2 Sprachen wechseln, umso besser wirkt sich das auf den Schutzmechanismus aus. [1] [2]

Zudem schützt ausreichend Bewegung, eine gesunde Ernährungsweise, ein kommunikatives soziales Umfeld, sowie ein qualitativ gutes Gehirnjogging vor dem geistigen Verfall und somit auch vor Krankheiten wie Demenzen.

Sind Sie zweisprachig aufgewachsen oder haben eine Anregung bekommen noch eine weitere Sprache zu lernen?

Gegen Demenz

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Quellen:

[1] Scinexx, das Wissensmagazin (2012), Zweisprachigkeit schützt vor geistigem Abbau bei Demenz, http://scinexx.de/wissen-aktuell-14620-2012-03-30.html

[2] Die Welt (2012), Zweisprachigkeit verzögert Symptome von Demenz, http://www.welt.de/wissenschaft/article106136213/Zweisprachigkeit-verzoegert-Symptome-von-Demenz.html

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