Wie Meditation unsere Aufmerksamkeit verbessert

Was Buddhisten schon seit Jahrhunderten wissen, konnte die Wissenschaft nun bestätigen. Durch Meditation und Achtsamkeitstraining werden sogenannte Alpha-Wellen in unserem Gehirn gestärkt. Ihnen kommt eine Reihe von Aufgaben zu: Kontrolle negativer Gedanken, Unterdrücken von chronischem Schmerz und Konzentration.

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Seit mehreren tausend Jahren praktizieren Menschen bereits Meditation auf die ein oder andere Weise. In den letzten Jahren wurde sogenanntes Achtsamkeitstraining immer beliebter, dabei handelt es sich um eine moderne Form der Meditation. Gemeinsam ist den verschiedenen Formen der Meditation eine Besinnung auf den Körper. Dabei wird nach und nach die Aufmerksamkeit auf verschiedene Körperteile gerichtet. Durch diese Besinnung auf den Körper wird - so die Annahme - die Fähigkeit trainiert, eine bessere Kontrolle über die eigenen Gedanken zu entwickeln. Doch welche naturwissenschaftlichen Grundlagen besitzt die seit langer Zeit von Buddhisten praktizierte Meditation?

Die Wissenschaft auf den Spuren der Meditation

Im Anschluss wurden die Alpha-Wellen der Studienteilnehmer mit Hilfe von Magnetoenzephalographie (MEG) gemessen. Die Ergebnisse der Studie waren erstaunlich: Durch das Achtsamkeits- und Meditationstraining steigerte sich die Aktivität der Alpha-Wellen signifikant.

Meditation In einer aktuellen Studie untersuchte ein Forscherteam um die Wissenschaftlerin Catherine Kerr von der amerikanischen Elite Universität Brown, welchen Einfluss Achtsamkeits- und Meditationstraining auf Gehirnwellen ausübt. Dazu wurden Studienteilnehmer in zwei Gruppen unterteilt. Die eine Gruppe absolvierte über 8 Wochen ein Achtsamkeits- und Meditationstraining, die zweite Gruppe absolvierte kein solches Training.

Im Anschluss wurden die Alpha-Wellen der Studienteilnehmer mit Hilfe von Magnetoenzephalographie (MEG) gemessen. Die Ergebnisse der Studie waren erstaunlich: Durch das Achtsamkeits- und Meditationstraining steigerte sich die Aktivität der Alpha-Wellen signifikant.

Die Bedeutung von Alpha-Wellen

Alpha-Wellen funktionieren wie ein Filter in unserem Gehirn. Zu jedem Zeitpunkt prasseln Unmengen von Informationen auf unsere Sinnesorgane ein. Ein Leben, in denen all diesen Eindrücken Beachtung geschenkt wird, ist nicht vorstellbar. Stellen Sie sich vor, Sie fahren mit dem Auto durch die Stadt. Während Sie fahren, sehen sie, dass die übernächste Ampel von grün auf orange schaltet, dass im Gegenverkehr ein Fahrradfahrer fährt, Sie merken, dass Ihr Arm juckt und dass Ihr Kind auf dem Rücksitz quengelt. All diese Informationen sind irrelevant und würden Sie davon abhalten sicher durch die Stadt zu fahren.

Einfluss auf negative Gedanken, Schmerz und Konzentrationsfähigkeit

Doch wie hängen Alpha-Wellen mit Schmerzempfinden, negativen Gedanken und unserer Konzentration zusammen? Wenn unsere Alpha-Wellen stark ausgeprägt sind und wir unsere Aufmerksamkeit je nach belieben Fokussieren können, fällt es uns einfacher negative Gedanken auszublenden und somit glücklicher durch den Tag zu gehen. Schmerz wiederum kann willentlich weniger gut unterdrückt werden und strahlt auf unser Gemüt aus, wenn unsere Willenskontrolle nur schwach ausgeprägt ist.
Der Einfluss von Achtsamkeitstraining auf unsere Konzentrationsfähigkeit wurde in einer im Fachmagazin Emotion veröffentlichten Studie näher untersucht. Dazu wurden amerikanische Soldaten, vor ihrer Abreise in einen militärischen Einsatz, in zwei Gruppen unterteilt. In dieser Vorbereitungszeit sind Soldaten meist großen Belastungen ausgesetzt. Die eine Gruppe erhielt 8 Wochen lang Achtsamkeitstraining, die andere Gruppe nicht. Nach den 8 Wochen wurde die Konzentrationsfähigkeit der beiden Gruppen untersucht. Das Forscherteam um die Psychologin Dr. Amishi Jha stellte fest, dass die Achtsamkeitsgruppe eine signifikant höhere Konzentrationsfähigkeit besaß. Auch wenn Meditation keine Wunder vollbringen kann, so unterstreichen die jüngsten Forschungsergebnisse das Potenzial, das in unseren Gedanken steckt.

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Quellen:

Jha, A. P., Stanley, E. A., Kiyonaga, A., Wong, L., & Gelfand, L. (2010). Emotion, 10(1), 54-64.

Kerr, C. E., Sacchet, M. D., Lazar, S. W., Moore, C. I., & Jones, S. R. (2013). Mindfulness Starts With the Body: Somatosensory Attention and Top-Down Modulation of Cortical Alpha Rhythms in Mindfulness Meditation. Frontiers in Human Neuroscience, 7(12), 1-15.

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