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Oxytocin - Botenstoff der Treue

Glück durch Oxytocin Wir Menschen sind eine der wenigen Spezies, die ihr Leben lang mit einem Partner glücklich sein können. Doch woran liegt dies? Die Gehirnforschung hält dabei spannende Antworten bereit. Demnach sind Moralvorstellungen für das Gelingen einer Partnerschaft weniger wichtig als die Hormone in unserem Gehirn.

Wieso können Menschen ein Leben lang mit einem Partner glücklich werden, wohingegen dies bei Tieren nur selten der Fall ist? Viele Schriftsteller, Psychologen und Philosophen haben sich seit Jahrhunderten mit der Frage beschäftigt, wie Liebe zu erklären ist. Zwar sind dadurch viele schöne Gedichte und Romane entstanden, eine endgültige Erklärung was Liebe und Treue ausmacht, konnte dadurch jedoch nicht gefunden werden.

Das ‚Treuehormon‘ Oxytocin

Wissenschaftler sind seit einigen Jahren mit der Frage beschäftigt, welche hormonellen Grundlagen Liebe, Partnerschaft und Treue besitzen. Sie sind dabei auf das Hormon Oxytocin gestoßen, es scheint für eine Vielzahl von Faktoren, die das Gelingen einer Beziehung ausmachen, verantwortlich zu sein. So konnte beispielsweise nachgewiesen werden, dass Bergwühlmäuse, die genetisch so verändert wurden, dass sie Oxytocin produzieren, ihr Paarungsverhalten ändern: Während normale Bergwühlmäuse im Laufe Ihres Lebens viele Partner haben, führt die genetische Veränderung dazu, dass sich die genetisch veränderten Mäuse an einen Partner binden.

Glücksgefühle durch Oxytocin

Wissenschaftler von der Universität Bonn haben untersucht, wie Oxytocin die Wahrnehmung des Partners beeinflusst. Dabei wurden 40 Männer untersucht, die in einer Partnerschaft leben. Über ein Nasenspray erhielten die Studienteilnehmer künstlich Oxytocin zugeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Verabreichung des Hormons dazu führt, dass Männer Bilder ihrer Partnerinnen besser bewerteten. Außerdem zeigte sich, dass das Betrachten der Bilder der Partnerin zu einer Aktivierung des Belohnungszentrums des Gehirns, des sogenannten Nucleus Accumens, führt. Bedeutend ist dabei, dass die Bilder andere Frauen nicht positiver bewertet werden.

Größere Distanz zum anderen Geschlecht

In einer weiteren vielbeachteten Studie im Journal of Neuroscience wurde untersucht, wie sich das Hormon auf den Kontakt auf das andere Geschlecht auswirkt. Dabei verabreichten die Wissenschaftler Männern, die sich zu dem Zeitpunkt der Studie in einer Beziehung befanden, Oxytocin. Im Anschluss sollten die Studienteilnehmer mit einer attraktiven Wissenschaftlerin in Kontakt treten. Die Ergebnisse zeigen, dass Männer, die in einer Beziehung sind und denen Oxytocin verabreicht wurde, größeren Abstand zu der attraktiven Wissenschaftlerin hielten. Das Hormon fördert offensichtlich Treue.

Welche Rolle spielt Oxytocin in unserer Beziehung zu Haustieren?

Viele Menschen empfinden große Liebe für ihre Haustiere. Wissenschaftler untersuchten daher, ob das Spielen mit einem Hund ebenfalls einen Einfluss auf den Oxytocin-Spiegel hat. Dabei zeigte sich, dass sich der Oxytocin-Spiegel von Menschen, die bereits viele Erfahrungen im Umgang mit Hunden gemacht haben, durch das Spielen mit einem Hund steigerte. Selbstverständlich sind viele Faktoren dafür entscheidend, ob eine Beziehung gelingt oder nicht. Das Hormon Oxytocin scheint in unserem Gehirn dabei eine wichtige Rolle zu spielen.

Liebe zu Haustieren

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Quellen:
Scheele, D., Wille, A., Kendrick, K. M., Stoffel-Wagner, B., Becker, B., Güntürkün, O., Maier, W., & Hurlemann R. (2013). Oxytocin enhances brain reward system responses in men viewing the face of their female partner. PNAS, doi: 10.1073/pnas.1314190110.

Scheele, D., Striepens, N., Güntürkün, O., Deutschländer, S., Maier, W., Kendrick, K. M., & Hurlemann, R. (2012). The Journal of Neuroscience, 32 (46), 16074-16079.

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