Arbeitsgedächtnis - Indikator für Schulerfolg

Die Frage, ob man den Schulerfolg vorhersagen kann, steht im Fokus einer Studie der Universität Hildesheim. Eine Forschergruppe um die Psychologin Dr. Claudia Mähler untersucht "Differentielle Entwicklungsverläufe kognitiver Kompetenzen im Kindergartenalter", kurz KOKO. Seit 2008 werden in dieser KOKO Studie die Vorläuferfertigkeiten und Schulleistungen von 200 Kindern analysiert.

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Arbeitsgedächtnis hat starken Einfluss auf Schulleistungen

Die Studie zeigt, dass Kinder mit unterschiedlich ausgeprägtem Vorwissen in das Grundschulleben starten. Doch was sind die Ursachen für diese unterschiedlichen Startbedingungen?

Laut Mähler nimmt, anders als bisher angenommen, weniger die Intelligenz, sondern die Leistung des Arbeitsgedächtnisses starken Einfluss auf die Schulleistungen. Schon 4- bis 6-Jährige mit einer hohen Arbeitsgedächtniskapazität zeigen in allen Bereichen bessere Leistungen und Entwicklungssprünge auf.

Nachteilige Startbedingungen durch Migrationshintergrund

Im deutschen Bildungssystem haben Kinder mit einer Zuwanderungsgeschichte größere Nachteile. Dies betrifft vor allem Kinder mit geringen Deutschkenntnissen (Siehe z.B. PISA Studie, IGLU Studie). Diese Beeinträchtigung besteht nicht erst ab Schulbeginn, sondern bereits in der Phase schulrelevanter Vorläuferfähigkeiten, wie z.B.:

  • Intelligenz
  • Konzentrationsfähigkeit
  • Arbeitsgedächtnis
  • Zählfertigkeiten
  • Mengenverständnis
  • sprachliche Fähigkeiten

Kind mit Schultüte

In der Studie wurden die Entwicklungsverläufe von 115 deutschen Kindern und 52 Kindern mit Migrationshintergrund verglichen. Obwohl für alle Kinder in den 2 Jahren im Kindergarten vergleichbare Lernmöglichkeiten vorhanden waren, blieben die Kinder mit einer Zuwanderungsgeschichte zurück.

Mögliche Diagnostik bereits mit 4 Jahren

Eine Diagnostik der späteren Schulerfolge ist bereits mit 4 Jahren möglich und sollte nicht erst bei Schulbeginn erfolgen. Bei einer frühzeitigen Diagnose können die Entwicklungschancenmit Fördermaßnahmen bis Schulbeginn gesteigert werden.

Dr. Ariane von Goldammer bestätigt, dass Schulleistungen am Ende der 1. Klasse bis zu 25 Prozent aus der Leistung des Arbeitsgedächtnisses im Alter von 4 Jahren vorhergesagt werden können. Somit ist das Arbeitsgedächtnis ein sehr guter Indikator für Schulleistungen.

Fazit der Studie

Insgesamt kann als Fazit der Studie festgehalten werden, dass Ende der 1. Klasse bereits 34 Prozent der Lese-, 53 Prozent der Rechtschreib- und 35 Prozent der Mathematikleistung vorhergesagt werden kann. Weiterhin betonen Forscher die Wichtigkeit zusätzlicher Einflussfaktoren auf schulische Leistungen, wie Selbstkonzept, Motivation, Klassenklima und Unterrichtsqualität.

Bedeutung für den Alltag

"Erzieherinnen haben einen anspruchsvollen und sehr verantwortungsvollen Beruf. Von ihren diagnostischen Kompetenzen und ihrer Fähigkeit und Bereitschaft, die Kinder im Alltag zu fördern, hängen die Entwicklungschancen der Kinder ab. Für die Ausbildung und Anerkennung dieser Berufsgruppe muss in Deutschland noch viel getan werden.", bemerkt Professor Mähler.

NeuroNation bietet Gedächtnisübungen und -kurse, mit denen die Leistung des Arbeitsgedächtnisses und somit alle kognitiven Fähigkeiten gezielt gesteigert werden.

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Quellen:

[1] Informationsdienst Wissenschaft e.V. (1995-2013). Studie: Ist Schulerfolg vorhersagbar? / "Entwicklungsverläufe unterscheiden sich erheblich." Isa Lange Pressestelle. Stiftung Universität Hildesheim.
[2] Forschungsverbund Frühkindliche Bildung und Entwicklung Niedersachsen (2012). Differentielle Entwicklungsverläufe kognitiver Kompetenzen im Kindergartenalter (KOKO)

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