Flexibilität des Arbeitsgedächtnisses bestimmt Denkleistung im Alter mit

Dass die geistige Leistung im Alter nachlässt, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Auch, dass es Methoden gibt, dem geistigen Abbau entgegenzuwirken, ist seit längerer Zeit Gegenstand aktiver Forschung.

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Doch was ist die Ursache dafür, das der geistige Abbau bei manchen Menschen stärker ausfällt, als bei anderen? Auf diese Frage versuchte eine Studie, die im Fachmagazin 'Proceedings of the National Acadamy of Sciences' erschien, eine Antwort zu finden. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass die Anpassungsfähigkeit des Arbeitsgedächtnisses eine große Rolle spielt.

Die Anpassung an unterschiedliche Schwierigkeiten

Mit dem Ziel herauszufinden, wie man Aufgaben auch im hohen Alter noch schnell und gut lösen kann, beobachteten die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung 60 Teilnehmer, die sich in 2 Gruppen aufteilten. An der Studie nahmen 30 jüngere Personen (20 bis 30 Jahre) und 30 ältere Personen (60 bis 70 Jahre) teil. Die Leistungen der Teilnehmer wurden mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) kontrolliert.

Während des fMRT's sollten die Studienteilnehmer unterschiedlich anspruchsvolle Aufgaben absolvieren, die das räumlich-visuelle Arbeitsgedächtnis beanspruchen. Für diesen Zweck waren die Probanden angehalten, sich räumliche Muster einzuprägen und über einen bestimmten Zeitraum zu merken. Die Muster variierten stark in der Schwierigkeit. Mittels des fMRT's konnten die Forscher herausfinden, welche Gehirnareale beim lösen der Aufgaben benutzt wurden und wie sich die Gehirnaktivität an das steigende Aufgabenniveau anpasste.

Steigende Gehirnaktivität bei wachsender Schwierigkeit bestimmt geistige Leistung

Die Studie untersuchte nicht nur, wie sich die Denkleistungen vom jungen Alter hin zum höheren Alter veränderten, sondern die Unterschiede von Person zu Person. Der Aspekt, dass die Hinraktivität bei steigender Aufgabenschwierigkeit zunehmen sollte, wurde bislang nur selten untersucht. Bei den Teilnehmern, die gute Leistungen erzielen konnten, nahm die Aktivierung des Gehirns mit steigender Schwierigkeit der Aufgaben zu, ganz unabhängig vom Alter. Den Studienteilnehmern, die nicht so gut abschliesen konnten, wurde eine Abnahme der Hirnaktivität bei steigender Schwierigkeit nachgewiesen.

Die Wissenschaftler weisen explizit darauf hin, dass die künftige Forschung sich stärker mit dieser Aktivierung beschäftigen muss, um die Ursachen für die Unterschiede ermitteln zu können. Gerade mit zunehmenden Erwachsenenalter nehmen die Unterschiede in Hinsicht auf die Anpassungsfähigkeit des Arbeitsgedächtnisses stark zu.

Leistungsfähige Gehirne arbeiten bei Jung und Alt nach ähnlichen Aktivierungsmustern. [1] Vor allen Dingen haben sie aber die hohe Leistung des Arbeitsgedächtnisses gemeinsam. Wenn Sie dem geistigen Abbau vorbeugen wollen, dann sollten Sie auf ein Arbeitsgedächtnis-Training nicht verzichten. Ein gutes Arbeitsgedächtnis ist unerlässlich, um auch im hohen Alter noch gute Denkleistungen erbringen zu können.

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Quellen:

[1] Scinexx-Das Wissensmagazin (2012), Nur das flexible Gehirn bringt hohe Denkleistungen, http://scinexx.de/wissen-aktuell-11209-2010-02-09.html

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