Langzeitstudie: Schon mit 45 Jahren kommt es zu geistigen Einbußen

Bisher ging die neuropsychologische Forschung davon aus, dass kognitive Einbußen erst ab einem Alter von etwa 60 Jahren auftreten. Eine Gruppe internationaler Wissenschaftler widerlegt diese Annahme jedoch.

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In der bisher größten Studie dieser Art stellte sich heraus, dass sich erste Anzeichen des geistigen Abbaus bereits mit 45 Jahren bemerkbar machen. Die Einbußen sind zwar nicht so stark, wie bei älteren Menschen, jedoch nahm die Leistung in einigen Tests um durchschnittlich 3,6 Prozent ab.

Größte Einbußen im Bereich Logik und Merkfähigkeit

Die insgesamt 7.390 Teilnehmer mussten die gesamte Studie über 3 Testreihen erfüllen. Diese Tests beinhalteten Aufgaben zum Gedächtnis/zur Merkfähigkeit, zum mathematischen und verbalen Erkennen von Zusammenhängen, Mustern und Regeln, sowie zum Wortschatz und zur Sprachgewandtheit. In jedem Testbereich konnten signifikante (und messbare) Einbußen beobachtet werden, vor allen Dingen aber (1) bei dem Erkennen von Zusammenhängen und (2) bei der Merkfähigkeit.

Daten zu der Langzeitstudie:

  • Die Studie verlief von 1997 bis 2007, insgesamt über 12 Jahre.
  • Es nahmen 5198 Männer und 2192 Frauen teil.
  • Die Teilnehmer waren 45 bis 70 Jahre alt.

Während sich die bis zu 49-jährigen Teilnehmer um etwa 3,6 Prozent verschlechterten, so hatten die 65 bis 70-jährigen weiblichen Teilnehmer schon einen kognitiven Nachlass von 7,4 Prozent, die Männer dieser Altersgruppe bereits 9,6 Prozent. Obschon es bei den älteren Versuchssteilnehmern zu einem stärkeren kognitiven Leistungsnachlass kam, so konnten die Forscher belegen, dass der geistige Abbau schon im 'mittleren Alter' beginnt.

Erkenntnisse nutzen der Prävention

Für die Forscher ist diese Erkenntnis von großer Bedeutung, denn Risikofaktoren können so schneller und besser erkannt und eingeschränkt werden. So ist es beispielweise einfacher die Vorboten einer Demenz früher zu erkennen. Wenn der geistige Abbau schon im 'mittleren Alter' stärker als beim Durchschnitt ausfällt, so kann dem schneller, durch entsprechende Maßnahmen, entgegengewirkt werden. [1] Zudem empfiehlt sich bereits in jungen Jahren Risikofaktoren zu vermeiden. Hierzu zählen etwa:

  • Bluthochdruck
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Rauchen

Was Ihrem Körper gut tut, hilft auch Ihrem Kopf!

Der geistige Abbau lässt sich nicht vollständig aufhalten. Jedoch gibt es zahlreiche Maßnahmen, diesen deutlich zu verlangsamen. Bewegen Sie sich ausreichend, ernähren Sie sich gesund, lernen Sie immer wieder neue Dinge und bewahren Sie Ihre geistige Flexibilität. Je früher Sie mit den entsprechenden Gegenmaßnahmen beginnen, umso besser wird sich das künftig und aktuell auf Ihre geistige Fitness auswirken.

Für das Training der Mustererkennung und Logik empfehlen sich unsere Übung 'Solitaria' und 'IQ-Regler'. Halten Sie Ihr Gehirn jung!

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Quellen:

[1] British Medical Journal (2012), Cognitive Decline can begin as early as 45, warn experts, http://www.bmj.com/press-releases/2012/01/05/cognitive-decline-can-begin-early-age-45-warn-experts

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