Mit der richtigen Schlafposition entgiftet Ihr Gehirn besser

Die Dauer und Qualität des Schlafes ist für die Hirngesundheit von großer Bedeutung. Neueste Forschungen zeigen nun: Unsere Schlafposition hat maßgeblichen Einfluss darauf, wie segensreich die Wirkung von Schlaf ist.

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Schlaf ist für die Gesundheit im Allgemeinen und die Gesundheit des Gehirns im Speziellen wichtig. Sowohl die Dauer als auch die Qualität des Schlafes spielt dabei eine Rolle. Die Auswirkungen von mangelnder Schlafmenge oder –qualität zeigt sich bereits am nächsten Tag durch direkte Folgen. Wir fühlen uns gereizt, leiden oftmals unter Konzentrationsmängeln und auch unser Gedächtnis lässt zu wünschen übrig [1]. Bei extremem Schlafmangel kann es gar zu Halluzinationen kommen.
Die langfristigen Folgen von Schlafmangel werden oftmals vernachlässigt, sind aber genauso gravierend. Chronischer Schlafmangel erhöht die Wahrscheinlichkeit, später im Leben an Alzheimer zu erkranken. Doch wieso ist Schlaf für die Hirngesundheit so wichtig?

Müllabfuhr des Gehirns

Reserven im Schlaf füllenEine zwar unschöne, aber durchaus treffende Bezeichnung von Schlaf ist die der Müllabfuhr des Gehirns. Ähnlich einer nächtlichen Putzkolonne nach einer Party, die die Exzesse des Tages beseitigt, reinigt der Schlaf unser Gehirn von Giftstoffen, die sich über den Tag hinweg angesammelt haben. Die Giftstoffe werden dabei über die Gehirn-Rückenmarkflüssigkeit abtransportiert. Untersuchungen dieser Flüssigkeit zeigen, dass während des Schlafs besonders viele Rückstände von Amyloid und Tau-Proteinen zu finden sind. Beide Substanzen werden mit der Entstehung von Alzheimer in Verbindung gebracht, auch wenn der genaue Wirkmechanismus nach wie vor nicht verstanden ist.

Schlafposition entscheidend

Mit einer seitlichen Schlafposition entgiftet das Gehirn besserDoch ist Schlaf gleich Schlaf? Eine neue, im Journal of Neuroscience veröffentlichte Studie legt nahe, dass die Schlafposition einen Einfluss darauf hat, wie effektiv die nächtliche Reinigung
des Gehirns funktioniert [2]. In der Studie wurden Nagetiere betäubt und in verschiedene Schlafpositionen gebracht (auf den Bauch, Rücken oder die Seite gedreht). Mithilfe von Magnetresonanztomografen (MRT) wurde sodann untersucht, wie effektiv das Abtransportieren der Giftstoffe funktioniert. Dabei zeigte sich, dass bei seitlicher Schlafposition die meisten Giftstoffe abtransportiert werden.

Praktische Tipps für einen erholsamen Schlaf

Tablets im Bett reduzieren die SchlafqualitätNeben der Schlafposition gibt es natürlich noch weitere praktische Tipps, wie die Schlafqualität verbessert werden kann:

- Finger weg vom Smartphone im Bett: Eine Studie konnte zeigen, dass Menschen, die nachts im Bett auf ihren Tablets Inhalte lesen, eine geringere Schlafqualität aufweisen. Dabei scheint tatsächlich das Licht des Tablets das Problem zu sein; eine Kontrollgruppe, die ein normales Buch las, wies keine Schlafstörungen auf [3].

- Kein Alkohol zu später Stunde: Ein Schlummertrunk hilft zwar beim Einschlafen, reduziert jedoch die Schlafqualität. Der Grund dafür ist, dass beim Zerlegen von Alkohol Abbauprodukte entstehen, unter denen die Schlafqualität leidet.

- Auf die Schlafhygiene achten: Darunter ist zu verstehen, dass der Schlafplatz auch nur als solcher verwendet werden sollte und beispielsweise darauf geachtet werden sollte, nicht im Bett zu essen. Bei mangelnder Schlafhygiene besteht die Gefahr, dass irgendwann das Bett nicht mehr als Ort des Schlafens wahrgenommen wird, sondern als erweitertes Wohnzimmer.

Geistig fit im Schlaf

Während viele Möglichkeiten, das Gehirn fitzuhalten, mit großem (z.B. eine Fremdsprache lernen) oder kleinem (z.B. Gehirntraining) Aufwand verbunden sind, verbreitet Schlaf seine wohltuende Wirkung von ganz allein. Und mit der richtigen Schlafposition können Sie Ihren Schlaf noch etwas effizienter gestalten.

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Quellen:

1: Walker, M. P. (2009). The Role of Sleep in Cognition and Emotion. The Year in Cognitive Neuroscience 2009, 168-197.
2: Lee, H., Xie, L., Yu, M., Kang, H., Feng, T., Deane, R., Logan, J., Nedergaard, M., & Benveniste, H. (2015). The Effect of Body Posture on Brain Glymphatic Transport. The Journal of Neuroscience, 35(31), 11034-11044.
3: Chang, A.-M., Aeschbach, D., Duffy, J. F., & Czeislter, C. A. (2014). Evening use of light-emitting eReaders negatively affects sleep, circadian timing, and next-morning alertness. PNAS, 112(4), 1232-1237.

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