Mythos: Warum Alkohol keine Nervenzellen zerstört

Nach einer langen Nacht mit viel Alkohol fühlt sich unser Kopf oft an, als sei eine Planierraupe über ihn gefahren. Daher wirkt die Aussage, dass Alkohol die Nervenzellen unseres Gehirns schädigt auch nicht weiter verwunderlich. Doch wie bei so vielen vermeintlichen Wahrheiten, ist die Wirkung von Alkohol auf das Gehirn weniger klar. Warum Alkohol unsere Gehirnzellen nicht schädigt, wir aber trotzdem nicht zu tief ins Glas schauen sollten.

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Karneval steht vor der Tür, da ist für viele der Kater vorprogrammiert. Wenn wir Menschen größere Mengen Alkohol trinken, reagiert unser Körper mit einem Gefühl, das gemeinhin als Kater bezeichnet wird. Uns ist schlecht, wir schlafen viel, können uns schlecht konzentrieren, manch einer klagt über Hitzewallungen und Herzrasen. Außerdem sind Kopfschmerzen ein häufiges Symptom. Nachdem wir Kopfschmerzen haben und uns oft unkonzentriert fühlen, liegt der Gedanke nahe, dass Alkohol einen schädlichen Effekt auf unser Gehirn, beziehungsweise auf die Nervenzellen, die unser Gehirn ausmachen, hat. Und kennen wir nicht alle Geschichten von Stadtbekannten Suffköpfen, bei denen tatsächlich nicht mehr viele graue Zellen übrig zu sein scheinen?

Kater hat andere Ursachen

Zunächst ist zu klären, was die Ursachen für die Kopfschmerzen bei einem Kater sind. Das Gefühl der starken Kopfschmerzen beruht darauf, dass unsere Hirnhäute anschwellen, durch diesen Druck entsteht Schmerz. Durch die Einnahme von Kopfschmerztabletten können wir die Schwellung reduzieren und den Kopfschmerz reduzieren. Folglich hat der Kater nichts mit geschädigten Gehirnzellen zu tun. Doch welche Folgen hat denn Alkohol nun auf unser Gehirn?

Alkohol beeinflusst Gehirn, tötet aber keine Nervenzellen

Alkohol in Maßen Wenn wir Alkohol trinken hat dies sehr wohl Einfluss auf unser Gehirn. So werden die Dendriten, die für die Kommunikation zwischen Nervenzellen verantwortlich sind, durch Alkoholkonsum geschädigt werden. Allerdings sterben die Dendriten nicht unbedingt ab, sondern können sich von den alkoholbedingten Schädigungen erholen. Die Nervenzellen an sich nehmen jedoch keinen Schaden durch mäßigen Alkoholkonsum.Damit unsere Nervenzellen sterben, müssten wir so viel trinken, dass wir selbst sterben.

Korsakow-Syndrom

Allerdings gibt es Alkoholiker, die unter starken kognitiven Einbußen zu leiden haben und sich oftmals an soeben Erlebtes nicht erinnern können. Dieses leiden wird als Korsakow-Syndrom bezeichnet und ist die Folge von langjährigem exzessivem Alkoholkonsum. Lange Zeit bestand die Vermutung, dass Alkohol auf direktem Wege das Gehirn schädigt und dadurch diese kognitiven Einbußen zustande kommen. Mittlerweile konnte die Forschung zeigen, dass die direkte Ursache für die Leiden von Korsakow-Patienten ein Thiaminmangel, vielen auch besser bekannt als Vitamin B1, ist. Dieser Mangel entsteht, da Betroffene oftmals hauptsächlich Alkohol konsumieren und sich nicht ausgewogen ernähren.
Nervenzellen

Der Alkohol ist somit nicht der direkte, sondern indirekte Grund für die kognitiven Probleme. Natürlich hat übermäßiger Alkoholkonsum viele negative Auswirkungen, weswegen große Vorsicht beim Umgang mit Bier, Wein und Co geboten ist. Einschränkend sei gesagt, dass es nach wie vor Wissenschaftler gibt, die davon überzeugt sind, dass Alkohol auf direktem Wege die Nervenzellen schädigen kann.

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Quellen:

http://goo.gl/ZbtKJP

Gehirn schützen

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